SPIRITUS CONTRA SPIRITUM (Logo)
 
 
Ein Theaterabend in der BGH
 
Am 16. Januar 2003 gab der junge Schauspieler Peter Woy, der uns als Besucher unseres Zentrums bei verschiedenen Veranstaltungen bekannt ist, in Anwesenheit seines Regisseurs Christoph Roethel eine Vorstellung des Dramas Milarepa nach dem Prosatext von Eric Emanuel Schmitt. Es war die Generalprobe eines inzwischen mit großem Erfolg in Hamburg aufgeführten buddhistischen Theaterstückes über die Fehde zwischen Swastika, dem bösen Onkel, und Milarepa, seinem Neffen, dem späteren tibetischen Heiligen.
Nach 99999 Inkarnationen in niederen Welten sitzt in einem Pariser Bistro ein unauffälliger junger Mann namens Simon. Dieser hat Träume, die ihm zu einer Rückerinnerung an seine Existenz als Swastika verhelfen. Swastika ist als Materialist vollkommen an das Ich mit seinen Herzenstrübungen gefesselt. Sein Stolz lässt in ihm einen unstillbaren Hass gegen den kleinen Milarepa aufkommen, der ihm, dem ins Unglück geratenen Großgrundbesitzer, mit dem reinem Mitgefühl eines Kinderherzens begegnet. Diesen Hass stellt Peter Woy so überzeugend dar, dass man die Fratze eines alten bärtigen Mannes vor sich zu sehen meint, der seine Tiraden mit schriller Stimme hinausschreit.
Swastika vergeht sich später an der Familie des ihm verhassten Milarepa durch unmenschliche Grausamkeiten. Milarepa sinnt auf Rache und erlernt die schwarze Magie, mit deren Hilfe er den gesamten von seinem Onkel inzwischen wieder erlangten Besitz vernichtet und dessen Kinder tötet. Später bereut er seine Tat und wendet sich an seinen Meister Marpa. Nach überaus harten Prüfungen lässt dieser ihn schließlich den Weg eines Heiligen gehen.
Durch Peter Woy erstehen Swastika und alle anderen in das Drama verwickelten Personen auf einmalige Weise zum Leben. Am Ende waren die Zuschauer so gebannt, dass der begeisterte Applaus erst nach Minuten der Betroffenheit möglich wurde. Auch dem Regisseur Christoph Roethel ist zu danken für die Gestaltung dieses eindrucksvollen Erlebnisses.
Wir sind gespannt auf die Fortsetzung dieses einmaligen und erhebenden Ereignisses und hoffen für die nächste Vorstellung auf einen größeren Zuschauerkreis. Es lohnt sich wahrhaftig!

W. Jensen, G. Neumeyer
 
 
[<< zurück]